Wie wählt man die passende Magie-Form?
Wie wählt man die passende Magieform

Wie wählt man die passende Magieform?

Es gibt natürlich keine festen Regeln in der Magie, welche Magieform besonders für ein Ziel geeignet ist.
Wenn man sich mit einer der Formen besonders wohlfühlt, dann kann man diese für praktisch alles nutzen, was man mit Magie unterstützen möchte. Da es in der Magie grundsätzlich um die eigene Magie geht, ist alles machbar, nichts ist falsch. 

Ein Beispiel:
Es gibt genügend Menschen, die eine Flasche mühelos mit einem Feuerzeug öffnen können. Ähnlich ist es mit der Magie: Viele Wege führen ans Ziel! Ich hole mir für die Flasche einen Flaschenöffner. Nicht nur, weil ich gar keine Feuerzeuge besitze, sondern auch, weil ich diesen Handgriff einfach nicht beherrsche. Ich stelle mich ungeschickt an und verletze mich höchstens dabei oder verschütte das Getränk bei meinen uneleganten Versuchen.

So ist es auch in der Magie. Man kann ein Werkzeug für alles nutzen.
Entweder, weil man kein anderes besitzt oder nicht beherrscht oder einfach nichts anderes mag.
Jedoch gibt es Magieformen, die sich für bestimmte Ziele von ihrer Beschaffenheit etwas besser eignen, als andere Formen. Man kann also unterschiedliche „magische Werkzeuge“ für unterschiedliche Ziele nutzen. Manchmal muss man etwas überlegen oder gar üben, bis man versteht, wie ein Korkenzieher funktioniert, wenn man bisher nur Kronkorken mit Feuerzeugen geöffnet hat, aber die besondere Flasche Wein ist es wahrscheinlich wert …

Wenn man also Lust hat, mal ein neues magisches Werkzeug auszuprobieren, dann könnte man die Magieform​ sehr genau für das jeweilige Ziel wählen. ​Es gibt einige​ Fragen die man sich stellen kann, ​um so die Magieformen etwas einzugrenzen.

​Zunehmend oder abnehmend?

Möchte ich etwas loslassen, etwas verbannen oder beenden?
Dafür bieten sich rituelle Handlungen an, bei denen stellvertretend etwas schmilzt, etwas verbrannt, vergraben, zerstört, aufgeknotet oder anderweitig vernichtet wird!

Weniger geeignet scheinen jedoch Handlungen mit Gegenständen, die man hinterher behält. „Ich lade diesen Talisman, um mich tagtäglich an meinen schlimmen Liebeskummer zu erinnern!“ - das klingt nicht sonderlich attraktiv. 

Anders, wenn es zwar um das Loslassen geht, man aber besonders die zunehmende Kraft, das ​Anreichern, ​Wachsen, ​Vermehren, Verankern bestimmter Energien hervorheben möchte. „Ich trage diesen Talisman als Zeichen dafür, dass ich es geschafft habe, den Kummer zu überwinden und wieder zu Kraft zu gelangen!".

Die Übergänge sind - wie immer in der Magie - fließend. So könnte ​man natürlich auch ein Amulett ​erschaffen, ​welches einen vor erneutem Liebeskummer schützen soll …

​Es geht darum, den richtigen Hebel zu finden. Freue ich mich darauf, etwas stellvertretend für meinen Kummer zu zerstören, bringt mich ein lieblicher Rosenquarz mit seiner sanft​ tröstenden Wirkung nicht richtig voran.

Innen oder Außen?

Möchte ich etwas in mir selbst verändern (Glaubenssätze neu arrangieren, Ängste überwinden, Klarheit gewinnen), dann bieten sich rituelle Handlungen an, bei denen ich Zeit und Ruhe habe, mich auf meine Gedanken, mein Innerstes, zu konzentrieren. Es sollten also nicht komplizierte Handlungen und Abläufe im Vordergrund stehen, sondern vielleicht unterstütze ich mich mit dem meditativen Flackern einer Kerze, lege passende Steinen in energetischen Formen oder auf meinem Körper aus, umgebe mich mit dem Duft passender Kräuter oder schreibe meine Gedanken auf Ritualpapier nieder. Ergänzend dazu kann man die passenden Wassersteine nutzen, um die zielführende Energie auch nach dem Ritual selbst noch mit jedem Schluck in sich aufzunehmen.

Wenn ich aber im Außen etwas verändern möchte, eine Fürbitte beim Universum stellen will, um eine Veränderung zu bewirken, auf die ich keinen direkten Einfluss habe oder um mich an abwesende / noch unbekannte Personen zu wenden (neuer Arbeitsplatz, Wohnung finden, Streit beenden, zu einem geliebten Menschen sprechen etc.), dann sollte die Magie vielleicht auch nicht nur im Innen stattfinden. Man möchte ja jemanden erreichen. Sei es die Hausverwaltung der Traumwohnung, die Personal-Abteilung eines Unternehmens, ein Mensch, mit dem man vielleicht grade nicht weltlich reden kann oder das Universum als Kraft hinter allem.

Man kann den Rauch passenden Räucherwerks als „Umschlag“ für die Worte und Gedanken nutzen, die man damit „versendet“, kann diese in ein Pulver einarbeiten, welches man verstreut, kann sie auf Ritualpapier schreiben und verbrennen um die Asche dem Wind zu übergeben oder kann die Energie auf etwas Schwimmendem einem Fluss anvertrauen, damit er den Wunsch in die Welt hinausträgt - zum Meer, das die ganze Welt umspannt.

Zuhause, unterwegs​ oder an einem anderen Ort?

Wenn ich die Magie in mir oder in meinem Zuhause brauche, dann ist es einfach. Ich habe die Ruhe und Abgeschiedenheit, kann meine Räume mit Rauch oder Duft erfüllen, Kerzen aufstellen, Mantren singen oder was auch immer mich magisch erfüllt.

Wenn die eigentliche Veränderung aber an einem Ort gebraucht wird, an dem ich die Magie nicht ​direkt durchführen kann (beim Job, im Studium, bei den Schwiegereltern, beim Bahnfahren, in Behörden oder Ämtern), dann ermöglichen es manche Magieformen, dass man den Zauber zwar Zuhause in Ruhe ausführt, das Ergebnis oder die Unterstützung aber an anderen Orten erfährt.

Ob man sich ein Mojo-Beutelchen ​füllt, um es in Notsituationen zu drücken, ein Pulver nach dem Energetisieren am Arbeitsplatz verstreut, den Kraftort mit Schutzsymbolen auf Steinen umgibt oder eine Rolle aus einem Ritualpapier formt, das mit Symbolen oder Affirmationen beschrieben wurde und diese dann an einem Ort verbirgt - der Zauber findet an einem Ort statt, die Energie bringt man an einen anderen Ort.

Für immer oder für jetzt?

Manche Ziele sind veränderlich, andere sind grundlegend.
Wenn ich Eigenschaften in mir verstärken oder ablegen möchte, dann ist das sicherlich etwas, was mich zumindest eine Zeit lang begleitet. ​Beispiele für grundlegende Themen sind rituelle Handlungen gegen ​unerwünschte Angewohnheiten, bei genereller Unsicherheit oder Angst, mangelnder Selbstliebe, fehlendem Selbstvertrauen, de​m Wunsch nach Karriere / Ansehen oder ähnlichen Lebensthemen. 

Diese Dinge erfordern eine rituelle Handlung, die etwas ​erschafft, mit dem ich mich immer wieder unterstützen kann. Ein dauerhafter magischer Anker, ein zauberhafter Rettungsring, eine Erinnerung daran, dass ich etwas schaffen werde und eine Veränderung bewirke. Amulette bieten sich hierfür an, mit Symbolen gefüllte Witchbottles oder auch passende und in einem Ritual auf das Ziel programmierte Steine.

Andere Ziele sind temporär oder veränderlich und die rituelle Handlung sollte dies widerspiegeln. Ein Stoff-Beutelchen für die Fruchtbarkeit kann zusammen mit ​Opfergaben der Dankbarkeit in der Natur vergraben werden, wenn das Wunschkind da ist - sollte ein weiteres Kind gewünscht werden, macht man zum passenden Zeitpunkt ein neues Beutelchen. 

Auch Reise-Talismane oder solche, die einen Auslandsaufenthalt ​​schützen sollen, verlieren nach der Rückkehr ihre Bestimmung, ​weshalb von Anfang an eingeplant werden sollte, was dann mit ihnen geschieht - möglichst bereits als Teil des ​Rituals und über ihre Beschaffenheit! 

Weitere Beispiele für temporäre Magie sind beispielsweise magische Helfer, welche die negative Energie einer Krankheit aufnehmen sollen und dann zeremoniell entsorgt werden, sobald die Krankheit besiegt ist. Beliebt ist hierbei der schwarze Turmalin, der die ​​Störungen aus dem Körper ziehen und festhalten soll, bis er dann mit all dem Unheil zusammen in ein Gewässer geworfen wird.

Diese Anregungen sind nicht in Stein gemeißelt.

Keiner dieser Vorschläge ist absolut. Wir kehren mal zum ersten Beispiel zurück: In bestimmten Situationen kann man es persönlich für absolut richtig halten, tagtäglich einen Talisman zu tragen, der einen immer an den schlimmen Liebeskummer erinnert. Vielleicht, damit man die Finger dauerhaft von einem bestimmten Menschen lässt …

Somit ist mal wieder klar: In der Magie ist bei der Wahl von Zutaten oder Vorgehensweisen alles richtig, es gibt kein „falsch“.
Es gibt nur „achtlos“ oder „gleichgültig“ und das führt beides einfach nicht zu den gewünschten Ergebnissen.

Wenn ich das Feuerzeug nutze, um eine Flasche zu öffnen, dann möglichst nur, weil ich mich bewusst dazu entschieden habe. Weil ich weiß, dass ich es kann, dass dieses Werkzeug mich schnell und sicher zum gewünschten Ergebnis bringt, weil es mein Lieblingsfeuerzeug ist oder eine besondere Bedeutung für mich hat. Nicht, wenn ich nur aus Bequemlichkeit („Der Weg in die Küche zum Flaschenöffner ist mir zu weit!“) oder Achtlosigkeit („Dann verschütte ich halt die Hälfte. Egal!“) riskiere, mich zu verletzen oder alles zu verschütten oder gar das Feuerzeug nur nutze, weil mir vielleicht irgendwer gesagt hat „Das macht man so!“. ​

Magie lebt von Achtsamkeit - auch bei der Auswahl der Werkzeuge.

Dieser Beitrag ist Teil der November-Ausgabe unseres
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