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Flaschenzauber, Zauberflaschen, Hexenflaschen, Witchbottles

Die Tradition der Hexenflaschen und Flaschenzauber

Bei der Magieform der Flaschenzauber oder Zauberflaschen – auch Hexenflaschen, Witchbottles oder Bottle Spell genannt – werden verschiedene Gegenstände aufgrund ihrer Form, ihrer magischen Eigenschaft oder ihrer zugesprochenen Wirkung zusammen in ein danach fest zu verschließendes Gefäß gegeben.

Dieser Brauch findet sich seit vielen Jahrhunderten in vielen magischen Traditionen. Die Behälter (Glas, Holz, Ton, Steingut, Kalebassen etc.) und verwendete Inhalte unterscheiden sich in den verschiedenen Ländern – ja nach lokalem Brauchtum – die Zielsetzungen unterscheiden sich hingegen jedoch kaum.

Historisch belegt wie kaum eine andere Magieform.

In der britischen Folklore lässt sich diese Tradition gut dokumentiert bis mindestens ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Meistens wurden diese Flaschenzauber im Gebäudeinneren verborgen, in Eingangsbereichen wie unter Türschwellen, Treppen oder aber in Schornsteinen mit eingemauert. Beim Abriss alter Häuser finden sich solche Schutzflaschen nun ebenso häufig, wie andere seltsam (einzelne Schuhe) oder gar gruselig (mumifizierte Katzen) anmutende Gegenstände der britischen Volksmagie. Der Inhalt dieser Flaschen reicht von gebogenen Eisennägeln über Menschenhaaren (einschließlich Schamhaaren) bis hin zu Urin. 95% der in Großbritannien gefundenen und untersuchten Flaschen, deren Inhalt erhalten blieb, enthielten Eisenstifte und Nägel, während menschliches Haar das zweithäufigste Element darstellte. Aufgrund ihres Alters werden diese Flaschen meist entsiegelt gefunden, wodurch oft Teile des Inhaltes fehlen, insbesondere flüssige Bestandteile. Dennoch fand man in etwa 25% der getesteten Flaschen Spuren von Urin. Andere gefundene Gegenstände sind Steine, kleine Knochen, Dornen, Nadeln, Holzstücke und geformte Stoffstücke.

Schutzzauber in Flaschenform.

Zum Schutz vor negativen Energien hergestellte Flaschen wurden oft unter einem zentralen Schornstein oder Kamin, unter dem Boden und verputzt in Wänden in der Nähe der Haustür gefunden. Diese gelten auch als Ein- und Ausgänge für böse Energien und bösartige Geister. Auch Fenster erhielten oft einen ähnlichen Schutz, oft in Form einer mit eher dekorativen Schutz-Gegenständen (Edelsteine, Drähte, glitzernde Scherben und Spiegelchen) gefüllten Glaskugel oder kleinen Glasflasche. Schutzflaschen stellen eine Form von Sympathie-Magie [ℹ] dar, bei der die negativen Energien zu einem Objekt abgelenkt werden sollen, statt die Bewohner des Hauses zu befallen, die sie repräsentieren. Dies erklärt auch, warum solche persönlichen Gegenstände wie Urin und Schamhaare verwendet wurden.

Mit der Hexenflasche eine Hexe entdecken …

Anders steht es um die „Hexenflaschen“ in ihrer ursprünglichen Bedeutung. Diese sollten in Form (meist runde Tongefäße mit Korken) und Inhalt die Blase der Hexe darstellen. Gefüllt mit Urin und scharfen Objekten (Nägel, Scherben, Dornen). Dies sollte den Schmerz in der Blase symbolisierten, den der Schöpfer der Flasche einer Hexe durch sie zufügen wollte. Wenn eine Person in der Nähe der Flasche dann Schmerzen und Unbehagen entwickelte, wurde sie dadurch als Hexe identifiziert und vor Gericht gestellt.

Nicht gegen die Hexe, sondern von der Hexe!

Die Bezeichnungen „Hexenflasche“ oder „Witchbottle“ haben sich im Laufe der Jahre sehr gewandelt und bezeichnen heutzutage mehrheitlich nicht mehr die Flasche gegen eine Hexe, sondern eine von einer Hexe oder in einem Hexenzauber hergestellte Flasche.

Moderne Magie mit Flaschen.

Das Prinzip der Flaschenzauber hat sich im modernen Gebrauch dieser Magieform hingegen kaum verändert: Auch heutzutage zielen die meisten Zauberflaschen darauf ab, negative Energien oder gar Geister zu fangen und zu neutralisieren, bevor sie den Haushalt oder seine Bewohner erreichen. Oft sind spiralförmige oder verworrene Silberdrähte, in denen sich die Energien verfangen sollen, sowie schwarzer oder rote Bänder oder Knoten enthalten, um die negative Energie zu binden. Eisennägel und eisenreiche (oder schwarze) Halbedelsteine sowie Kräuter (die auf spirituellen und psychischen Schutz ausgerichtet sind), sollen die gefangenen Energien schwächen.

Urin wird heutzutage vorwiegend durch Essig ersetzt (da er dessen sauren Qualitäten für die Zersetzung teilt). Dieser soll dann die zuvor geschwächten negativen Energien auflösen und so neutralisieren.

Schadenzauber oder Selbstverteidigung?

Die Herstellung mit der Absicht jemandem zu schaden ist in der heutigen Magie hingegen seltener geworden, da sich die Idee der Schadenzauber oder der dunklen Magie größtenteils nicht mit modernen Überzeugungen der Energiearbeit deckt.

Zur Verteidigung ist so eine Flasche aber durchaus nützlich!

Etwa, wenn die Flasche bei der Arbeit die Person identifizieren soll, die hinter meinem Rücken Gerüchte streut. Dann achte ich darauf, wem es nie gut geht, wenn er an meinem Tisch steht, in dem meine Flasche verborgen ist. So ähnelt es der alten Verwendungsweise, ohne einen klassischen Schadenzauber darzustellen. Natürlich lässt sich so eine Flasche aber auch direkt und ganz unverblümt als Schadenzauber erstellen und zum Beispiel in der Nähe einer bestimmten Person verbergen. Daher liegt es – wie so oft in der Magie – im Ermessen des Herstellenden, wie er die Magie nutzt und wo dieser die persönlichen Grenzen zieht.

Praktische Magie – kraftvoll und individuell.

Die Grundstruktur der Flaschenmagie kann an alle magischen Zielsetzungen angepasst werden. Sie finden sowohl Verwendung als Amulette [ℹ], also zur Abwehr negativer Energien, als auch als Talismane [ℹ], also zur Anziehung positiver Energien, wie beispielsweise Erfolg, Kraft, Heilung, Kindersegen usw.

Durch die Verwendung von energetischen Steinen, magischen Kräutern und anderen positiven Energieträgern und Symbolen, sind die Möglichkeiten endlos und sehr individuell anpassbar. Auch sind Zauberflaschen schon lange nicht mehr an das Zuhause gebunden, sondern können an allen möglichen Orten verborgen/aufgestellt, in der Tasche bei sich geführt oder als Miniatur sogar um den Hals getragen werden.

Glücksflaschen sind beispielsweise unter magisch arbeitenden Menschen ein beliebtes Geschenk. Erstellt mit Liebe und Sorgfalt und innerhalb eines Rituals ausgerichtet auf die individuelle Situation, kann man dem Beschenkten eine Flasche voller Glück, Schutz oder Erfolg überreichen. Etwa zum Einzug, zu einer Eröffnung, zur Hochzeit, zur Geburt oder für eine Reise. Solche Flaschen können unbegrenzt oder für einen bestimmten Zeitraum arbeiten – je nachdem, wie es bei der Herstellung festgelegt wurde.

Eines haben aber alle Flaschenzauber gemeinsam: Werden Sie geöffnet oder gar zerstört, erlischt der Zauber.

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Practical Magic Magazin - Ausgabe Juni

Der Juni ist der erste Sommermonat und wo der Frühling bis vor kurzem noch etwas zurückhaltend mit den Temperaturen agierte, zeigen sich die letzten Tage entschieden sommerlich.

Die Natur lädt uns ein zu erleben, zu genießen und zu bewundern. Nach der Sommersonnenwende am 21. Juni werden die Tage schon wieder kürzer. Man sollte also alles daran setzen, die kommende Zeit dazu zu nutzen, die eigenen Batterien zu laden. Der Juni ist der richtige Monat, um die Harmonie und Lebensfreude der sich weiterentwickelnden Frühlingsgefühle einzufangen und zu schützen. Er bietet in seiner lebhaften Pracht die ideale Energie, um aus unverbindlichen Ideen solide Fundamente entstehen zu lassen. Sowohl im Beruf, als auch in der Liebe.

Wir wünschen viel Spaß!

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