Drawing Down the Moon
Vollmond-Ritual Drawing down the moon

Calling Down The Moon - Ein Vollmond-Ritual

Ein im englischsprachigen Hexentum als „Calling Down the Moon“, also als „Herabrufen des Mondes“ (auch „Drawing Down the Moon“, also „Herunterziehen des Mondes“), bekanntes Vollmond-Ritual wird in vielen magischen Traditionen praktiziert. In religiösen Glaubensrichtung des Neuheidentums, wie etwa Wicca [ℹ], versteht man darunter oftmals, dass die Hohepriesterin sich mit der (Mond-)Göttin verbindet und durch die Göttin erfüllt wird. Dies ist nicht die Praktik, die wir in diesem Artikel beschreiben. Man kann die Mond-Energie auch ganz ohne religiöses Umfeld nutzen.

Der Hintergrund für das beschriebene Ritual ist sehr viel älter. Bereits im antiken Rom glaubte man daran, dass man die Kraft des Mondes vom Himmel zu sich ziehen und diese dann nutzen kann. Die Medea spricht in Ovids über 2000 Jahre alten Werk „Metamorphosen“ (geschrieben vermutlich ab dem Jahr 1 oder 3 n. Chr. bis um 8 n. Chr.)

„ … dich, Luna, ziehe ich vom Himmel herab …“
und will damit ihren eigenen Einfluss stärken.

Das Ritual wird oft auf griechischer und römischer Keramik dargestellt. Eine der frühesten Referenzen in der westlichen Literatur zum Thema „Herunterziehen des Mondes“ findet sich in den altgriechischen Schriften von Aristophanes, etwa um 423 v. Chr.
Aristopanes erwähnt, dass Hexen den Mond mithilfe einer spiegelnden Oberfläche in eine Kiste ziehen und dort aufbewahren können.
In der alten ägyptischen / mediterranen Welt war es eine gängige magische Praktik, einen Spiegel zu benutzen, um Mondlicht auf die Oberfläche von Wasser oder Öl in einer Schale zu reflektieren. Die Flüssigkeit wurde dann magischen Tränken hinzugefügt, um so die Kraft des Mondes in sie zu übertragen. Dies scheint die Grundlage zu dem von Aristophanes erwähnten Ritual zu sein.

Oft wird im Zusammenhang mit Vollmond-Ritualen dieser Art von zeremoniellen Gegenständen berichtet, welche diese herabgezogene Kraft bis zum nächsten Vollmond in sich tragen. Besonders Steine mit spiegelnder Oberfläche können die Energie für einen Mondzyklus aufnehmen und ihren Träger dann damit unterstützen, bevor sie zum nächsten Vollmond erneut geladen werden müssen. 

Der zauberhafte Selenit – mit seinem dem Mondschein ähnelnden Schimmer, der bereits seinen Entdecker dazu veranlasste, ihn nach der griechischen Mondgöttin Selene zu nennen – wird für die Arbeit mit der Energie des Mondes besonders häufig verwendet. Von absolut klaren Bergkristallen (durch die man den Vollmond im Ritual betrachtet), Mondsteinen oder weißen Labradoriten wird aber ebenfalls berichtet.

Warum sollte man Vollmond-Rituale feiern?

Auch ohne diesen antiken Hintergrund ist es ein schöner Gedanke, die eigene Spiritualität durch ein regelmäßiges Innehalten, eine Übung der Stille und der Achtsamkeit zu unterstützen. Die eigene Energie zu stärken und auf wichtige Themen zu lenken, ist eine wundervolle Bereicherung des Lebens.

Dieses Ritual in die ohnehin schon oft als magisch empfundene Nacht des Vollmondes zu legen, gibt dem Ganzen neben einer hingebungsvollen Regelmäßigkeit – den Vollmond kann man nicht verschieben! – zusätzlich eine ganz besondere Kraft.

Eine Vollmond-Meditation, ein nächtlicher Spaziergang in der vom Vollmond beschienenen Natur oder passende Gegenstände im Licht des Vollmondes zu baden - natürlich gibt es viele Möglichkeiten, dem Mond in diesen Nächten die Ehre zu erweisen.

Um seine Kraft jedoch rituell herabzuziehen, sollte die Handlung etwas zeremonieller und zu jedem Vollmond gleich gewählt werden. Das Wort Ritual bezeichnet nicht zuletzt laut Wörterbuch „wiederholtes, immer gleichbleibendes, regelmäßiges Vorgehen nach einer festgelegten Ordnung“.

Dieser zyklischen Ordnung durch ein ganzes Jahr zu folgen hilft dabei, die Kraft des Mondes zu spüren, zu ehren und zu nutzen. Gleichzeitig gilt es aber, seine sich wandelnde Bedeutung im Lauf des Jahres zu respektieren und zu adressieren, ohne sich von immer neuen Handlungen ablenken zu lassen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Man ehrt den Mond nicht, während die Sonne scheint.
Eine Vollmond-Nacht währt also längstens von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Wer den Mond ehren und seine Energie zu sich herabziehen möchte, für den ist es nicht wichtig, ob der Mond astronomisch gesehen grade noch zunimmt oder schon ein wenig abnimmt. [ℹ] Daher kann man für diese Rituale der Ehrerbietung entweder die letzte Nacht vor dem Vollmond-Zeitpunkt oder die darauf folgende Nacht nutzen. Der Mond ist optisch rund und in kompletter Helligkeit zu sehen – wenn er denn zu sehen ist. 

Durch wechselnde Zutaten (bei Räuchermischungen) oder Farben (bei Kerzen) kann man auf die verschiedenen Mond-Aspekte des Jahres eingehen, die sich oftmals auch in seinen alten Namen spiegeln.

Der Vollmond im Januar trägt den Namen Eismond und seine Farbe ist Weiß. Thema: Vergangenheit und Zukunft

Der Vollmond im Februar trägt den Namen Taumond und seine Farbe ist Hellblau. Thema: Reinigung

Der Vollmond im März trägt den Namen Lenzmond und seine Farbe ist Hellgrün. Thema: Neubeginn

Der Vollmond im April trägt den Namen Launing und seine Farbe ist Orange. Thema: Lebensfreude

Der Vollmond im Mai trägt den Namen Wonnemond und seine Farbe ist Pink. Thema: Liebe, Fruchtbarkeit

Der Vollmond im Juni trägt den Namen Junomond und seine Farbe ist Rosa. Thema: Partnerschaft, Ehe, Familie

Der Vollmond im Juli trägt den Namen Heumond und seine Farbe ist Grün. Thema: Fülle, Wohlstand

Der Vollmond im August trägt den Namen Erntemond und seine Farbe ist Gelb. Thema: Sammeln und Sichern

Der Vollmond im September trägt den Namen 1. Herbstmond (auch Scheiding) und seine Farbe ist Violett. Thema: Übergänge

Der Vollmond im Oktober trägt den Namen 2. Herbstmond und seine Farbe ist Blau. Thema: Ordnung

Der Vollmond im November trägt den Namen Nebelung (oder 3. Herbstmond) und seine Farbe ist Dunkelgrau oder Schwarz. Thema: Loslassen

Der Vollmond im Dezember trägt den Namen Julmond und seine Farbe ist Rot. Thema: Dankbarkeit

Die Farbe Silber hingegen ist eine wichtige Ergänzung für alle Monde, denn wie keine andere Farbe symbolisiert sie die Segnung durch das silbrige Mondlicht und spiegelt seine kühle, reine Schönheit wider.

Es gibt nicht „die eine“ Anleitung, um die Mond-Energie herabzuziehen.

Es gibt unendlich viele verschiedene Methoden. Rituale, Meditationen, besondere Gesten (Mudras), Atemtechniken, Chants, Mantras, Tanzschritte, (Yoga-)Posen oder Körperhaltungen – all das kann dabei helfen, die Mond-Energie herabzuziehen. Hier kann man frei aus den Systemen wählen, die einem selbst liegen. Idealerweise entwickelt man aus diesen persönlichen Vorlieben nach und nach einen ganz eigenen Ablauf, der nach ein paar Wiederholungen in Fleisch und Blut übergegangen sein sollte. 

Da wir von der klassischen Ritualmagie kommen, geben wir hier eine Anleitung mit wahlweise Mond-Kerzen oder -Räucherwerk zum Einstieg, die selbstverständlich nach Belieben durch die oben genannten Praktiken erweitert werden kann.

Die Wahl des Steins

Wie am Anfang erwähnt, benötigt man für diesen Vollmond-Zauber einen passenden Stein.
Entweder eine Kugel (dann ggf. auch einen Halter, damit das Ritual nicht in einer Kegelpartie endet) oder besser einen runden / leicht ovalen aber flachen Scheiben- oder Linsenstein. Wer das Ritual in der Natur mit einem freien Blick auf den Mond durchführt, für den bietet sich ein sehr klaren und nicht zu kleinen Bergkristall an, der im Laufe des Rituals so gehalten wird, dass man den Mond dadurch direkt betrachten kann, ihn also im Stein leuchten sieht. Für die Durchführung in der Abgeschiedenheit und Sicherheit (und in den Wintermonaten auch der nicht zu unterschätzenden Wärme) der eigenen vier Wände bietet sich ein Selenit an, da dieser dem Mond im Aussehen am nächsten kommt.

Den Blick auf den Mond richten

Bevorzugt wählt man die Blickrichtung für das Ritual in Richtung eines Fensters, um den Himmel als Hintergrund betrachten zu können, auch wenn der Mond sich dort auf Grund des Mondstandes oder der Wolken nicht zeigt. Wer sehr gründlich arbeiten möchte, verwendet eine Astronomie-App, um herauszufinden, in welcher Himmelsrichtung der Mond sich gegenwärtig befindet und wendet sich genau in diese Richtung.

Vorbereitung & Zutaten

Bevor man mit dem eigentlichen Ritual beginnt, stellt man alles bereit, was man benötigen wird.
Kerzen und Streichhölzer, Räucherwerk und Zubehör, passende Halter, Schalen und anderes Werkzeug. Möglichst viel davon sollte in der Mond-Farbe Silber und in einer kreisrunden Form gewählt werden, um den Vollmond durch diese Sorgfalt zu würdigen. Die verwendeten Kerzen sollten mit Silberwachs und/oder mineralischem Glimmerschiefer dem Mond gewidmet worden sein (bitte kein Perlmutt, dieses tierische Produkt trägt keine Mond-, sondern Wasser-Energie) und verwendetes Räucherwerk sollte einen Anteil an Silberweihrauch enthalten.

Ein Körper und Seele reinigendes Bad oder eine Dusche, eine erdende oder zentrierende Meditation oder eine Räucherung die den Raum reinigt oder segnet, kann dem Ritual ganz nach Wunsch vorangehen. Wer mit einem Schutzkreis arbeiten möchte, beginnt mit diesem.

Das Ritual beginnt …

Je nachdem mit welchen Hilfsmitteln man arbeitet, beginnt man dann mit dem entsprechenden Ablauf. 
Man entzündet die Räucherkohle oder salbt die Kerze, legt dann das Räucherwerk auf oder zündet die Kerze an und geht so mit dem gewählten energetischen Werkzeug langsam in das Gefühl von Ruhe, Achtsamkeit und Sicherheit, bevor man sich der Mondenergie öffnet.

Der Stein wird beräuchert oder kurz durch die Flamme geführt, um eine aus dem vorherigen Monat vorhandene Segnung aufzulösen, beziehungsweise einen erstmals genutzten Stein vorzubereiten. Worte können dabei nach Wunsch ausgesprochen oder gedacht werden.
„Hiermit …“

Danach macht man sich Gedanken zu dem Thema des Mondes in diesem Monat.
Man lässt die Gedanken zu den eigenen Verknüpfungen mit diesem Thema fließen und überlegt sich, was genau man mit der Mondenergie im eigenen Leben verstärken möchte. 

Der erste Vollmond des Kalenderjahres wird beispielsweise mit Vergangenheit und Zukunft in Verbindung gebracht.
Welche Themen der Vergangenheit möchte ich erneut behandeln? Was darf ich nun in der Vergangenheit zurücklassen? Welche Reise muss ich in diesem Monat für eine erfolgreiche Zukunft beginnen? Welche ersten Schritte möchte ich begünstigen?

Gedanken, Eingebungen und Ideen sollten zu Papier gebracht werden, um danach durch den Monat begleiten zu können.
Während man sich mit diesem Thema beschäftigt, sollten sich herauskristallisieren, welche Eigenschaften, Energien oder Qualitäten man durch die vom Mond herabgezogene Kraft begünstigen möchte. Dabei kann es sich um solche handeln, die man bereits in sich trägt und schützen oder stärken oder in sich wecken und wachsen lassen möchte. (Dieses Vollmond-Ritual eignet sich nicht dazu, zu vermindern, abzugewöhnen, zu reinigen oder loszulassen. Dies gehört in die Nacht vor dem Dunkelmond.) Die gefühlten Worte schreibt man nun auf ein farbig zum Thema passendes Ritualpapier, um sie später der Flamme zu übergeben. 

Nachdem der Stein gesegnet wurde, die Gedanken geordnet sind und die Seele für den Energiefluss vorbereitet ist, stellt man sich hin.
Die Daumen und Zeigefinger beider Hände umschließen den vor einem auf dem Tisch liegenden Stein kreisrund, die Arme sind dabei gerade ausgestreckt. (Je nach Höhe des Tisches ggf. einen Schritt vom Tisch wegtreten.) Dann hebt man den Stein in diesem schützenden Griff langsam in den Himmel empor, wobei man den Blick die ganze Zeit auf den Stein gerichtet hält, bis er bei ausgestreckten Armen auf der Höhe steht, auf der man den Mond sieht oder ihn vermutet oder er im Fenster vor dem Hintergrund des Himmels zu sehen ist.

In dieser Haltung verharrend, bittet man den Mond nun um seine Unterstützung.
Beispielsweise um die Stärke, den Mut, das Durchsetzungsvermögen oder die Unterstützung, um die zuvor bedachten Themen umzusetzen. Hierbei geht es immer um die nächsten vier Wochen, um Anfänge, erwünschte direkte Veränderungen, Neubeginne, eher kurzfristige Ziele oder die ersten Schritte eines längeren Weges, denn zum nächsten Vollmond hat der Stein all die eingefangene Kraft wieder abgegeben und wird mit neuen Zielen und Wünschen erneut geladen.

Man sollte diese Haltung nur solange beibehalten, wie es angenehm ist.
Es gibt keine Extra-Punkte für schmerzende Arme, denn die Magie lebt von Freude und Achtsamkeit – auch sich selbst gegenüber.

Die Mond-Energie kann auch in das eigene Innere gezogen werden.
Wer mag, führt den geladenen Stein auf dem Weg „vom Himmel herab“ zunächst zum eigenen Herz (oder Herzchakra) oder zum Bauchnabel als Mittelpunkt des eigenen Körpers (oder kurz darunter zum Sakral-Chakra), um die Kraft auch in sich selbst herabzuziehen.

Es folgen noch Transformation, Dank und Ausklang.
Zum Abschluss legt man den Stein in das Licht der Kerze oder in die Nähe des Räucherwerks und verbrennt das Ritualpapier um die Worte in reine Energie zu transformieren. Danach lässt man das Ritual ausklingen und bedankt sich bei dem Mond, während der Rest des Räucherwerk verwendet wird oder die Kerze ganz abbrennt.

Der Stein hält nun bis zum nächsten Vollmond die Energie des Mondes in sich.

Tragen Sie ihn zwischen den Vollmonden bei sich, damit die im jeweils letzten Vollmond-Ritual herabgezogene Energie Sie im Alltag unterstützt und Sie Ihren Zielen näher bringt. Stecken Sie sich den Stein einfach in die Tasche und nehmen Sie ihn häufig zur Hand, um die Energie aufzunehmen, die von ihm ausgeht. Erinnern Sie sich in diesen Momenten bewusst an die gewählten Worte, die gewünschten Kräfte.
Sie können ihn auch an einem Ort aufbewahren, der mit dem Thema verbunden ist, welches Sie mit der Kraft des Mondes unterstützen möchten.

Dieser Beitrag ist Teil der Januar-Ausgabe unseres
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Kategorie:
Magische Rituale

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