Violetter Fluorit auf Quarz aus Huanggang
Warum wurden diese Stücke so sehr diskutiert?
Der violette Fluorit auf weißem Quarz aus Huanggang in der Inneren Mongolei gehört zu den auffälligsten Neufunden der letzten Zeit.
Die Stücke bestehen aus weißen Quarzkristallen, die von einer violetten Fluorit-Schicht überzogen sind. Der Fluorit erscheint dabei nicht als einzelne, klar abgegrenzte Würfel oder Oktaeder, wie man es von vielen anderen Fluorit-Stufen kennt.
Stattdessen bildet er eine feine, krustenartige Lage auf dem Quarz und zeichnet dessen Form nach.
Gerade diese Ausbildung macht das Material so besonders. Gleichzeitig führte sie zu vielen Diskussionen, denn ein so intensiv gefärbter und plötzlich stark gefragter Fund wird in der Mineralienwelt schnell kritisch betrachtet.
Es kamen Vermutungen auf, dass dies nachträglich veränderte Quarzkristalle sein könnten.
Ein Blick auf die schon länger bekannte „Blueberry“-Variante
Ein wichtiger Vergleich ist die bereits länger bekannte „Blueberry“-Variante aus demselben Fundgebiet. Auch diese Stücke aus Huanggang zeigen Fluorit auf weißem Quarz, allerdings in dunkelblauen, rundlichen Aggregaten, die an kleine Beeren erinnern. Als diese „Blueberry“-Fluorite erstmals auf den Markt kamen, wurden auch sie kritisch betrachtet, weil ihre Ausbildung ungewöhnlich war. Inzwischen gelten sie jedoch als natürliche Stücke aus der Huanggang-Region. Das beweist natürlich nicht automatisch, dass jedes ähnliche Exemplar echt ist. Es zeigt aber, dass besondere Fluorit-Bildungen auf weißem Quarz aus diesem Fundgebiet bekannt und geologisch nachvollziehbar sind.
Warum ein Säuretest auch mal irritieren kann
Viel Verunsicherung entstand durch einfache Tests mit Säure. Dabei wurde beobachtet, dass manche Stücke leicht schäumen oder dass sich die violette Schicht stellenweise gelöst hat. Das wirkt zunächst verdächtig, weil normalerweise weder Quarz noch Fluorit in verdünnter Salzsäure sichtbar aufschäumen.
Mineralogisch lässt sich diese Beobachtung jedoch erklären: Unter dem violetten Fluorit sitzt verschiedenen Analysen zufolge eine natürliche Lage aus Calcit. Calcit reagiert immer deutlich auf Säure, schäumt dabei und kann angelöst werden. Wenn diese Calcit-Schicht zwischen Quarz und Fluorit liegt, kann sich dadurch natürlich auch der darüberliegende Fluorit stellenweise lösen. Die Reaktion spricht also nicht automatisch für Kleber, Farbe oder eine künstlich aufgebaute Schicht. Es passt vielmehr zu einer natürlichen Paragenese, also zum gemeinsamen oder zeitversetzten Auftreten verschiedener Minerale in derselben geologischen Umgebung.
Was die bisherigen Analysen nahelegen
Nach den bisher geteilten Untersuchungen wurde die violette Schicht an einer geprüften Probe als Fluorit bestimmt. Dabei wurden keine Hinweise auf Farbe, Harz, Kleber oder eine typische künstliche Beschichtung gefunden. Auch die Kombination aus Quarz, Fluorit, Calcit und weiteren Begleitmineralen passt grundsätzlich zu einem hydrothermalen Skarn-Vorkommen, wie es aus der Region Huanggang bekannt ist.
Trotzdem bleibt eine gewisse Vorsicht sinnvoll
Eine Untersuchung an einzelnen Proben beweist nicht automatisch, dass jedes Stück auf dem Markt gleich zu beurteilen ist. Bei neuen und stark gefragten Materialien können behandelte oder optisch verbesserte Stücke nie völlig ausgeschlossen werden.
Für die von uns angebotenen Stücke gilt:
Wir kennen unsere Partner seit vielen Jahren und haben das Material bei ihnen persönlich auf der Mineralienmesse ausgewählt. Deshalb können wir unsere Stücke mit Sicherheit als echte Stücke aus dieser Fundreihe anbieten. Diese Aussage bezieht sich also ausdrücklich nur auf die von uns angebotenen Stücke.














