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Süßgras – Mariengras – Hierochloe odorata

Magische Zuordnung von Süßgras

Geschlecht: weiblich
Planet: Venus
Element: Wasser
Kräfte: Gute Geister anziehen, Liebe, Frieden, Harmonie, Segnung

Shamanic Sweet Vanilla Grass Braid (Süßgras)
Das Mariengras, auch als Duft-Mariengras, Bisongras, Ruchgras, Vanillegras oder Sweetgrass bezeichnet, ist in ganz Europa, Asien und Nordamerika verbreitet. Süßgräser sind für den Heuduft bei der Heuernte verantwortlich. Der süßliche Geruch, der durch das in dem Gras enthaltene Kumarin entsteht, erinnert an Waldmeister.

Es ist einfach zu kultivieren und mag gut durchlässigen Boden und volle Sonne. Ein Rauchkraut, das in jedem Räuchergarten enthalten sein sollte, allerdings in einem großen Topf oder Kübel, denn Süßgras breitet sich manchmal schneller aus, als einem lieb ist.

Innerhalb von sechs Monaten kann es sich von einer einzigen Pflanze zu einem dicken Büschel Gras ausbreiten. Das Gras wächst also recht schnell, sodass man mehrmals im Jahr ernten kann.

Eine nordamerikanische Tradition – aber nicht nur!

Es ist oftmals nicht so bekannt, dass Süßgras auch in Europa bei der Verehrung der Jungfrau Maria verwendet wurde, worauf der deutsche Name Bezug nimmt. Das Gras wurde beispielsweise an besonderen Festtagen vor die Kirchentüren gestreut. Es war auch als „Liebfrauen Bettstrohs“ bekannt, welches Wöchnerinnen als Unterlage diente und auch kranken Menschen und Sterbenden untergelegt wurde, um diesen zu helfen oder sie zu segnen.

Es wird also nicht nur von den Ureinwohnern Nordamerikas als heilige Pflanze betrachtet und im Gebet sowie an heiligen Orten genutzt, doch diese Verbindung ist wohl am bekanntesten.

Das dort heimische Sweetgras hat einen kräftigeren Geruch als unser heimisches Süßgras und wird deshalb meist für duftende Verwendungen vorgezogen.

„Jeder Strang alleine hat nicht die Stärke, wie alle Stränge zusammen.“

Süßgras wird im schamanischen Zusammenhang oft als „das Haar von Mutter Erde“ beschrieben und traditionell zu Zöpfen geflochten, wobei jede liebevolle Windung von guten Gedanken begleitet wird. Die drei Stränge des Zopfes repräsentieren Körper, Geist und Seele oder Liebe, Frieden und Harmonie.

Viele Menschen empfinden die Spiritualität der amerikanischen Ureinwohner als positiv und erhebend. Dieses naturverbundene Glaubenssystem, welches Jahrtausenden vor dem Beginn der Moderne und den damit verbundenen Problemen entstand und dennoch auch für viele heutige Sorgen und Wünsche Hilfe bietet.

Alte Traditionen – moderne Themen

Süßgras, ob gebrannt oder frisch, hat einen wundervollen Vanilleduft und soll einen positiven Einfluss auf den Ort, die Gedanken und Gefühle und den Menschen selbst haben.

Es soll „gute Laune“ und eine fröhliche Atmosphäre bringen und in der Tat versetzt der gefällige Duft von Süßgras viele Menschen in eine optimistische Stimmung.

So wie der reinigende Rauch von weißem Salbei genutzt wird, um Negativität zu klären, wird der harmonisierende Rauch von Süßgras verwendet, um Positivität zu erzielen. Das sogenannte Smudging kann dem Loslassen von negativen Verhaltensmustern, Emotionen oder Gedanken und dem Einbringen von guten Energien und Gefühlen dienen.

Süßgras wird auch dazu verwendet, um Amulette oder andere magische Werkzeuge mit neuer Kraft aufzuladen, nachdem sie mit weißem Salbei gereinigt wurden. Entweder durch Beräuchern oder durch Waschungen mit Kräuter-Aufgüssen dieser Pflanzen.

Rituelle Verwendung – das Smudging:

Meist wird damit begonnen, weißen Salbei zu verräuchern, um damit an den Problemen und Sorgen zu arbeiten, diese aufzulösen oder zu verbannen. Da dies oft mit Traurigkeit oder Mutlosigkeit einhergeht, beendet man die energetische Arbeit dann mit Süßgras, um zurück in die innere Ruhe und Zuversicht zu gelangen.

Ein Räucherritual mit Süßgras eignet sich aber auch, um den Tag achtsam zu beginnen oder besonnen zu beenden. Es ist sehr friedlich und beruhigend und man spürt eine spirituelle Verbindung zu den uralten Ritualen und Traditionen.

Diese kleinen Zeremonien sollten wiederholt durchgeführt werden, damit man eine gewisse Routine gewinnt und die Handgriffe fast automatisch und ritualisiert erfolgen. Dann stellt man im Laufe der Zeit fest, dass die Zeremonien dabei helfen, bestehende Zweifel und Negativität zu zerstreuen und sich dadurch neue Perspektiven und Möglichkeiten eröffnen können.

Die Zutaten für Räucherzeremonien mit Kräuterbündeln (Smudges) oder Zöpfen (Braids) stehen heutzutage allen zur Verfügung, die respektvoll und mit Achtung eine Verbindung zu dieser besonderen Form der Spiritualität eingehen wollen.

Räuchern mit Süßgras:

Für eine rituelle Räucherung mit Süßgras benötigt man eine Räucherschale, die traditionell aus gebranntem Ton, einer Muschel oder aus natürlichem Stein bestehen sollte.

Eine Muschel als Räucherschale deckt dabei gleich den rituellen Aspekt der verschiedenen Elemente ab, denn Überlieferungen zufolge können beim Räuchern alle vier Elemente zu einer besonderen spirituellen Kraft vereint werden. Dabei symbolisiert etwas Sand in der Muschel das Element Erde, die Muschel das Element Wasser, das glimmende Räucherwerk das Element Feuer und der aufsteigende Rauch das Element Luft.

Es bietet sich an, eine brennende Kerze dazuzustellen, da der Zopf oft häufiger mal erlischt und so einfacher wieder zu entzünden ist.

Der Zopf wird an einem Ende angezündet und zunächst einen Moment lang mit einer Flamme brennen gelassen. Dann bläst oder wedelt man die Flamme vorsichtig aus, sodass das Gras nur noch glimmt. Durch ständiges Zufächeln von Luft, während man sich beispielsweise durch die Räume bewegt (oder man fächert den Rauch an den Körper heran, um sich selbst abzuräuchern), wird diese Glut am Leben erhalten. Das Süßgras sollte dabei in der feuerfesten Räucherschale liegen bleiben, um Gefahr durch herabfallende Glut zu vermeiden.

Um die zeremonielle Handlung zu vervollständigen, sollte der süße Rauch am Ende zuerst zum Herzen, dann zum Verstand (Kopf), dann einmal um den ganzen Körper herum (Gesundheit und Schutz) und schließlich wieder zum Herzen gefächelt werden.

Danach wird die Räucherschale noch allen vier Himmelsrichtungen dargeboten, um sich für die Unterstützung dankbar zu zeigen.

Dieser Beitrag ist Teil der März-Ausgabe unseres
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