Dieser Tag ist der Auftakt zu der wichtigsten Kräutersammelzeit des Jahres.
Er wird in manchen Gegenden auch Wurzweihe oder Büschelfrauentag genannt.
Magische Pflanzen (und Heilpflanzen) die von dort an bis zum September gesammelt
werden, übertreffen alle zu anderen Zeitpunkten gesammelten Kräuter an Kraft - für
die magische als auch für die medizinische Verwendung. Die Pflanzen stehen voll im
Saft, und haben in allen Teilen die Kraft des bald endenden Sommers gespeichert.
Der spezielle Brauch der Kräuterweihe, bei dem aus einer Anzahl ganz bestimmter
Kräutern gebundene Bündel in einem Gottesdienst geweiht werden, gehört schon seit
langem zu den volkstümlichen Bräuchen in der römisch-katholischen Kirche. Doch
da es ganz offensichtlich mit sehr viel Magie verbunden ist, solche Kräuterbündel
zusammenzustellen, kann man sich denken, wo diese Tradition ihren Ursprung hat ...
Die Anzahl der Sorten unterschiedlicher Kräuter im Kräuterbündel variiert je nach
Überlieferung. So gibt es beispielsweise Bündel aus 7, 9 oder 12 Sorten von Kräutern.
Oft werden in diese Kräuterbündel ganz genau so viele Alantblüten eingebunden, wie
zu schützende Menschen und Tiere gemeinsam im Haushalt (oder auf dem Hof) leben.
Typische Kräuter sind neben den Alantblüten auch Schafgarbe, Königskerze,
Kamille, Wermut, Beifuß, Thymian, Baldrian, Salbei, Eisenkraut, Rosmarin,
Minze, Ringelblume und Rainfarn.
Die Kräuter werden einfach zu einem dicken Bündel gebunden, die Königs-
kerze gehört dabei in die Mitte, und mit nach unten hängenden Blüten im Haus oder
auf dem Dachboden zur Abwehr von Feuer und Blitz und zum Segnen des Hauses
zum Trocknen aufgehängt. Die Auswahl der Kräuter kann bei einem Spaziergang
in der Natur spontan erfolgen - je nachdem was man findet - oder man plant das
Kräuterbündel nach der magischen Zuordnung der Pflanzen für einen bestimmten
Bereich des Lebens, etwa alle generellen Schutzpflanzen oder alle Liebeskräuter,
wenn die Partnerschaft besonders gegen Unglück geschützt werden soll, usw.
Ist der Kräuterbusch erstmal schön trocken, so kann man das ganze Jahr über
bei Bedarf einige Kräuter abzupfen, zerreiben und diese verräuchern, um
alles Unglück abzuwehren. Speziell gegen Krankheiten vermischt man die Kräuter
gerne auch mit etwas Weihrauchharz, bevor sie verbrannt werden. Wenn man die
Kräuter räuchern möchte, dann ist es wichtig, dass man die Kräuter nicht an viel-
befahrenen Strassen sammelt. Das sollte zwar bei allen Pflanzen zu magischen
Verwendung so gehandhabt werden, bei Räucherpflanzen aber natürlich besonders.

Einen Kommentar schreiben: