Aufgabe der Woche vom 27. Februar bis 05. März (aus: Anregung der Woche (2011))

Aufgabe der Woche vom 27. Februar bis 05. März

27. Februar, 2011 | Kategorie: Anregung der Woche (2011)

In der Woche vom 27. Februar bis 05. März gibt es einen Denkanstoß.

Wann bin ich eine Hexe?
Die Frage höre ich so oft. Als wäre da ein Wunsch nach einem Satz Regeln oder
einer ganz offiziellen Ernennung. Dabei liegt es völlig im eigenen Ermessen, ob
und wann man sich selbst "Hexe" nennt. (Wenn man das überhaupt möchte!)

Ich habe natürlich eine persönliche Meinung dazu. Und die möchte ich hier teilen
und in dieser Woche alle darum bitten, die eigene Meinung dazu zu erforschen.
Wann ist man eine Hexe? Bin ich eine Hexe? Oder wie nenne ich das, was ich hier
mache? Wie würde ich antworten, wenn mich jemand danach fragt? Was bedeutet
das eigentlich für mich? ...

Vielleicht hilft meine persönliche Sicht ja jemandem zu einem Aha-Erlebnis.
"Was? So kann man das sehen? Dann bin ich schon lange eine Hexe!"

Denn ob jemand eine Hexe ist, hängt ganz bestimmt nicht von materiellen Dingen ab.
Man muss keinen permanenten Altar im Haus haben, braucht keinen Hexen-Kessel,
wenn man nicht mag, benötigt kein spezielles Messer und keine ausgefallene rituelle
Kleidung um mit der Magie verbunden zu sein.
Aber wer magisch arbeitet, der wird sehr schnell merken, wie sich Dinge ansammeln,
die einem persönlich helfen und wichtig sind. Das praktische Räucherschälchen, die
Hutnadel vom Flohmarkt mit der man so gut Dinge einritzen kann, die extra langen
Streichhölzer für die Glaskerzen, die Fläschchen und Tüten mit diesem und jenem …

Man muss auch nicht jeden Feiertag im Jahreskreis kennen und zelebrieren, zu jedem
Vollmond ein Ritual abhalten und seinen weltlichen Zeitplan nach diesen Dingen aus-
richten. Aber wenn man weiß, wie man den besten Zeitpunkt für ein magisches Vorhaben
herausfindet und sich manchmal der Gedanke nach der Mondphase ganz automatisch in
die Gedanken schleicht ("Abnehmender Mond, ich könnte mal wieder eine Reinigungs-
räucherung machen …"), und man voller Freude entdeckt, dass der Supermarkt ein
überraschend großes Sortiment an durchgefärbten Kerzen besitzt, die man in Ritualen
einsetzen könnte, dann ist man der Magie doch schon sehr nah.

Auch wer nicht jedes Kraut am Wegesrand benennen kann, nicht bei jeder Räuchermix
gleich die Eigenschaften aller verwendeten Kräuter auswendig weiß und ein Halbedelstein
auch ganz einfach mal nur "Hübsch!" findet, weil er nicht die geringste Ahnung hat, wie
er heißt und wofür er gut ist, braucht nicht zu glauben, das "Hexe sein" erst mit einer
allumfassenden Wissensfülle gerechtfertigt ist. Zu wissen, wo man nachschaut und
im Zweifelsfalle das eigene Bauchgefühl entscheiden zu lassen reicht völlig.

Also
- wenn jemand erzählt, er habe am nächsten Tag eine Prüfung und man sagt nicht
"Viel Glück!", sondern  "Ich zünde Dir eine Kerze an!"
- wenn jemand krank ist, und man bringt keine extra-weichen Taschentücher zum
Besuch mit, sondern ein Beutelchen voller wohltuender, duftender Kräuter
- wenn man sich fürchterlich geärgert hat und dann mit Räucherwerk oder einem
kleinen Ritual bewusst die Gedanken klärt, bevor man schlafen geht
- wenn man ein hübsches kleines Senfglas nicht wegwirft, weil man denkt "Hm, da
könnte man doch eine Witchbottel draus machen. Jetzt brauche ich nur noch …
"

- wenn man also die kleineren und größeren Handlungen der magischen Welt wie
selbstverständlich hier und da in den Alltag einbaut, voller Neugierde neue Dinge
ausprobiert, sich selbst und andere magisch unterstützt und dankbar ist, über die
großen und kleinen Erfolge ...

… dann finde ich ist "Ich bin eine Hexe!" eine sehr konkrete Beschreibung.

Ein Kommentar zu “Aufgabe der Woche vom 27. Februar bis 05. März”

  1. tanJA sagt:

    Sehr treffend und schön formuliert!

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